How romantic, isn’t it?
Warum haben die alle Flügel?
Mit einem Bild anzufangen ist viel einfacher als mit einem Wort. Wir sind gerade in der Phase des Textstrichs, da kann jedes Wort zuviel sein, oder es könnte einem im Munde herumgedreht werden. Den Text Wort für Wort zu übernehmen ist nicht sinnvoll, soviel wissen wir schon, ihn überall wörtlich zu nehmen ist möglicherweise auch problematisch.
Wenn ich jetzt anfange, den Text zu streichen, dann muss ich mir jedes Wort genau ansehen, ideal wäre eigentlich, dass ich mir den englischen Text auch ansehe, denn vieles ist in der deutschen Übersetzung, da man eben nicht Wort für Wort übersetzen kann, ganz anders als im englischen Text.
Vieles deutet wieder auf einen Prozess hin. Wir werden streichen, aber nicht genug. Dann werden wir beim Spielen erkennen, dass zu viele Wörter das Spiel hemmen. Wir werden sie weglassen oder durch Subtext ersetzen, aber nur dort, wo Shakespeare heute nicht mehr verstanden wird. Es ist sicher, dass das Publikum heute bildhafte Sprache nur bedingt versteht und schon gar nicht schätzt. Dennoch müssen wir ihm Bilder zumuten. Wir müssen sie aber sprachlich herausmeiseln und so in den Raum stellen, dass man sie regelrecht sieht. Das trifft auch auf die sehr subtile Gefühlsstruktur des Stückes zu, genauso wie auf die Doppelbödigkeiten, mit denen uns Shakespeare in die Irre führen will.