Ein Sommernachtstraum
Das Stück beginnt mit „Sympathy for the devil“ wie gehabt, dabei singt Tala auch die chorischen Anfangsverse, wie gehabt.
Dann geht die Szene in das Gespräch zwischen Mercutio, Benvolio und Signora Montague über, Montague selbst ist hier nicht unbedingt nötig, wenn es uns aber gelingt, Brian für die Rolle heiß zu machen, umso besser. Nachdem die Montagues ihre Besorgnis über Romeos Verhalten geäußert haben und abgegangen sind, kommt dieser dazu.
Jetzt kommt es zum Dialog zwischen Romeo, Benvolio und Mercutio, in dessen Zusammenhang Romeos unglückliche Verliebtheit zum Ausdruck kommt. Als die Diener der Capulets dazukommen, kommt es zum Streit, in dessen Zusammenhang den Montagues bekannt wird (Motiv des verlorenen Zettels oder indem die Capulets ihnen dämlicherweise verbieten, bei Julias Fest zu erscheinen), dass Julia in Abwesenheit ihrer Eltern eine Party gibt, bei der ruhig die Amme, die ja in närrischer Liebe auf Julias Seite ist, anwesend sein kann. Damit müsste man die Absprachen zwischen Capulet und Paris völlig von der Party-Szene trennen, was aber keine Schwierigkeit wäre. Diese Absprachen müssten dann vor der Party stattfinden.
Beim Fest sollte dann Julia mit irgendjemandem herumknutschen, bis sie Romeo sieht.
Es wäre sogar möglich, dass erst an dieser Stelle der Shakespeare-Text kommt. Vorher könnte alles in aktuellem Deutsch gesprochen werden.
Tybalts Angriff auf die Montagues, den im Stück Capulet verhindert, könnte in diesem Fall dann von Julia abgewehrt werden.
Es wäre auch interessant, das Bündnis zwischen Capulet und Paris etwas deutlicher als wirtschafts- und machtpolitisches Kartell darzustellen, in dessen Interesse Menschen beliebig manipuliert und verschoben werden. (Die Pest, die im Stück verhindert, dass Romeo den Brief Lorenzos erhält, könnte dann z.B. durch einen von Capulet gesteuerten Geheimdienst ersetzt werden.) (Sogar der Bundespräsident spricht schon vom unmenschlichen Gesicht des Kapitalismus.)
Pater Lorenzo könnte dann statt seines Textes im Stück aus dem kommunistischen Manifest vorlesen und seine Bemühungen, die Pläne Capulets zu durchkreuzen, erhielten dann einen überindividuellen, gesellschaftspolitischen Charakter.
Der Fürst, der ja im Stück eine feste sittlich- moralische Instanz ist, könnte auf diesem Hintergrund als hohler Laberer dargestellt werden, der mit Gemeinplätzen im Jargon der Eigentlichkeit die antagonistischen Gegensätze zu übertünchen versucht.
Natürlich könnte man, z.B. im Gespräch von Romeo, Mercutio und Benvolio noch die Schulpolitik und die damit verbundene Problematik zur Sprache bringen, einschließlich der misslichen Lage der Theater-AG.
Als ich aufwachte, merkte ich, dass alles nur ein Traum war und dass Änderungen am Stück gar nicht mehr möglich sind, da ihr ja alle den Text schon gelernt habt.
tolle ideen, die leider nicht bis zu uns durchgedrungen sind…. schade. Außerdem ganz toller blog den ich unverzeihlicherweise nicht so oft und gründlich mir noch angeguckt habe, aber ihn jetzt umso öfter lesen werde.ich bin eben zu verpeilt….