The Lion sleeps tonight?
Die Theaterschüler des Bunsen-Gymnasiums sind das Beste, was wir zu bieten haben. Sie haben keine Angst vor Improvisation, keine Angst vor einem möglichen Scheitern, sie gehen ein Risiko ein und versuchen in der allgemeinen Lethargie der Pause die Routine zu durchbrechen und etwas anders als die anderen, verrückt eben, „The lion sleeps tonight“ zu singen, in der Hoffnung natürlich, dass das bemerkt wird und im besten Fall viele Zuschauer oder Mitspieler anlockt. Das war auch der Fall. Naja, Mitspieler vielleicht nicht, denn der Deutsche ist träge und im Augenblick ganz auf die Europameisterschaft fokusiert, aber Zuschauer schon. Aufmerksamkeit auf jeden Fall. Ich habe sogar einige nachher ganz begeistert davon erzählen hören. Also ich fand es toll und danke allen, die daran beteiligt waren. Leider habe ich nicht alles ganz genau mitbekommen, da ich von einem Schwarm aufdringlicher Sextaner umringt war, die ihre eigenen Vorstellungen von Schule haben und unbedingt wissen wollten, was der Durchschnitt in der Klassenarbeit war. Denn der Durchschnitt ist wichtig. Er entscheidet, ob man über oder unter dem Durchschnitt liegt. Als ich einwarf, dass für jeden ja eigentlich nur seine eigen Note von Bedeutung sei, wurde mir gesagt, die Eltern wollten ganz genau wissen, ob sie über oder unter dem Durchschnitt liegen, also wollten sie schon mal den Durchschnitt wissen, um ihre Chance abschätzen zu können darüber zu liegen. Ein guter Durchschnitt löst andererseits ungeheure Ängste aus, denn wenn der Durchschnitt bei 2 liegt, dann besteht natürlich bei vielen eine berechtigte Angst, unter dem Durchschnitt zu liegen. Andererseits gibt es offensichtlich auch viele gute Noten, aber ob man dazugehört? Diese durchschnittsbesessenen Kinder haben von dem Löwen, der da schlief, nichts mitbekommen, nicht mal, als die Dorfbewohner singend an uns vorbeistreiften. Man hätte eine Kanone abfeuern können und die wären trotzdem bei ihrem Durchschnitt geblieben. Ich glaube es ist höchste Zeit, den Löwen zu wecken:
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