Romeo und Julia, gespielt von der Schauspielgruppe des Bunsen-Gymnasiums
„Romeo und Julia“ braucht man nicht vorzustellen. „Romeo und Julia“ ist seit seiner Entstehung in aller Munde. Romeo und Julia stehen für die Liebe mit all ihren Gefährdungen. Die Tragödie ist die Darstellung eines Traumes, der an Gegenspielern, die diesen Traum nicht zulassen wollen oder können, scheitert. Dennoch ist gerade dieses Scheitern das, was diesen Traum so einzigartig macht und dazu führt, dass sich viele Menschen diesen Traum zu eigen machen und ihn träumen angesichts all der Widerstände, die der Realisierung dieses Traumes jeweils entgegenstehen. „Romeo und Julia“ ist ein Spiel von Macht, Liebe und Tod, das trotz aller Klischeehaftigkeit, die diesem Thema heute oft anhaftet, immer noch durch die Sprache Shakespeares eine starke Aussagekraft besitzt und die, auch in der deutschen Übersetzung, durch ihre Bildhaftigkeit unendlich viele aktuelle Bezüge ermöglicht.
Romeo und Julia stehen nicht nur für die Bedrohung der Liebe, sondern auch für die Bedrohung durch die Liebe. Dort nämlich, wo die Liebe Grenzen überschreitet, stellt sie eine Bedrohung dar, weil diese Grenzen in irgend jemandes Interesse gezogen sind oder mindestens irgend jemandes Interesse dienen, also Machtbereiche abstecken. Deshalb werden die Liebenden bekämpft. Aber erst wenn diese Grenzen überschritten werden und Widerstand sich regt, werden diese sichtbar und damit erkennbar gemacht und können so im besten Falle überwunden werden.
Romeo und Julia stellen das ureigenste Bedürfnis der Menschen nach einem absoluten Traum von der Harmonie der Welt dar. Die destruktiven Kräfte verhindern die Realisierung dieses Traumes, geben sich aber dadurch als solche zu erkennen und werden angreifbar und geschwächt. Deshalb wird Shakespeares Tragödie auf der ganzen Welt verehrt und geliebt. Wer in Verona das Haus der Capulets besucht (das natürlich nichts mit den Capulets in Shakespeares Tragödie zu tun hat), findet Menschen und Inschriften aus allen Kulturen, und Julias goldene Statue im Hof wird verehrt wie eine Heilige.
Wir versuchen in unserer Inszenierung einen Teil der unendlichen Möglichkeiten dieses Stückes zu erschließen.






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